NEW GAME PLUS

NEW GAME PLUS – Warum der Neustart?

 

Letzte Woche hatte ich einen Call mit Stephan (PROGRESS Finanzplaner) und Tim (LV1871), es ging um das Thema Honorarberatung in der Finanzdienstleistungsbranche. Da ich gerade angefangen habe mich mit dem Thema zu beschäftigen, war es für mich ein sehr aufschlussreicher Austausch. Neben den fachlichen Themen kam auch das ein oder andere Unternehmerische dabei raus. Eine Frage die mich übers Wochenende begleitet hat war: „Warum machst du das eigentlich?“ Also warum setze ich mich hin und berechne Tarife, stelle Vergleiche an und programmiere dazu eine Excel? Nach etwas hin und her in meinem Kopf, dann die Antwort, weil ich selbst so beraten werden möchte. Doch wie kam das?

 

Ich nehme dich heute mit auf eine kleine Zeitreise, wie ich zudem geworden bin, wie ich heute bin. Viel Spaß damit!

 

Wie ein Anruf mein Leben veränderte!

 

Es war im Herbst 2005, ich war gerade im letzten Abiturjahr, saß nach der Schule zuhause und hab eine Runde gezockt. Ich wollte mich gerade fertig machen für das Eishockeytraining, dann klingelte mein Handy. Unbekannte Nummer, untypisch, aber ok.

 

„Teßmann“ ging ich ans Telefon. „Ja Hallo hier ist Martin, mein Name sagt dir jetzt noch nichts, aber die Chrissi die kennst du, richtig? Von Ihr soll ich dir erstmal einen schönen Gruß ausrichten. Chrissi sagte du kennst dich gut mit Zahlen und Mathe aus, hast du Lust mit den Fähigkeiten etwas Geld nebenbei dazuzuverdienen?“ Etwas gekürzt, aber ja, das war der Anruf und als Abiturient mit knapper Kasse, warum nicht.

 

Game Start - Strukturvertrieb

 

Es ging zu einem Vorstellungsgespräch, mir wurde die Arbeitsweise vorgestellt und was meine Aufgabe zum Anfang wäre. Die Aufnahme von Vorteilschecks. Etwas naiv ging ich an die Sache ja schon heran. Aber die Idee, Menschen finanziell besser aufzustellen und ihr Finanzwissen zu vergrößern fand ich super und hat mich begeistert. Also startete ich das Game. Ich hätte wohl etwas skeptischer sein sollen, denn die erste Aufgabe war es eine Potentialliste, also eine Liste mit Menschen die ich kenne, aufzuschreiben und die zu Kategorisieren nach, wie gut kennst du sie und wie gut ist die wirtschaftliche Grundlage.

 

Ich startete einfach, weil am Ende kann ich ja nur lernen und dümmer gehen beide Seiten ja auch nicht aus dem Termin. Das ich letztlich auch viel verbrannte Erde hinterlassen würde, war mir damals noch gar nicht klar. Der Start war gut und als dann die ersten Umsätze eingereicht waren, die Abrechnung wartete, habe ich dann auch mein Gewerbe 2006 angemeldet.

 

Systemwechsel – Raus aus der Struktur! Rein in die Struktur?

 

Ein Jahr später, kamen Zweifel am System. Denn ich stellte fest, egal auf welches Problem ich traf, die Lösung war immer dieselbe. Eine Fondsgebundene Rentenversicherung.

 

Du willst deinen Hauskredit absichern? Lass die Tilgung weg und mach eine Fondsgebundene Rentenversicherung.

 

Du brauchst Rücklagen für deine BAföG Rückzahlung, mach eine Fondsgebundene Rentenversicherung.

Ob Angestellt, selbstständig oder verbeamtet, hier eine Fondsgebundene Rentenversicherung.

Am Ende also 82 Mio. Menschen in Deutschland und alle sollen ein Produkt bekommen. Das klappt nicht.

 

Also verließen Martin und ich den Strukturvertrieb und gingen zu einem Makler(struktur)vertrieb. Endlich die Freiheit, „alle“ Produkte die der Markt bietet wählen zu können. Aber auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Das sah ich aber erst viel später!

 

Tutorial beendet- Willkommen im early Game

 

Es fühlte sich dennoch an, als ob ich im nächsten Level gelandet bin und ein paar neue Möglichkeiten im Spiel freigeschaltet habe. So hatte ich aus meiner Sicht, meine berufliche Heimat gefunden. Die Möglichkeit „alles“ anbieten zu können, im Auftrag des Kunden unterwegs zu sein, es fühlte sich richtig an. Genauso wollte ich in Zukunft beraten. So habe ich meine Ausbildung zum Versicherungsfachmann in der Firma gemacht und mit jedem Tag lernte ich und bin persönlich gewachsen.

 

2009 fing ich dann das Studium an der BA – Dresden für Versicherungswirtschaft an. Bis dahin ist mir immer alles einfach zugeflogen was Schulisches anging. Ich musste dafür nicht lernen, es ging einfach. Diese Arroganz sollte mir im Studium auf die Füße fallen. Denn mein Fokus war nie 100% auf dem Studium, sondern immer mehr auf meiner Tätigkeit als Versicherungsmakler. Ich übersah also viele Perks, Guides und Skills und erfand ausreden dafür, warum ich diese nicht nutzte. Im Spiel geht das einfach, die gesammelten Skillpunkte verschwinden ja nicht, sie werden einfach dann umgesetzt, wenn es gerade passt. Im Reallife geht das leider nicht. Und so kam es so, wie es kommen musste. Eine grandiose Zeit in meinem Leben, ging mit einem nicht abgeschlossenen Studium in die nächste Runde.

 

Zusätzlich hat sich die Firma damals an einen anderen Finanzdienstleister verkauft. Es hat sich wenig geändert, nur wurden die Firma dadurch Teil eines der größten Finanzskandale Deutschlands.

 

Es war ein heftiger Schlag in mein Selbstvertrauen, kannte ich solche krassen Niederlagen nicht. Es dauerte einiges an Zeit, doch ich rappelte mich auf. Und ab da fing ich an, andere Fragen zu stellen. Wie wird die Beratung in Zukunft aussehen? Welche Beratungen müssen geschehen und welche macht vielleicht mal ein Computer? Ich wollte, als Schlussfolgerung zu meinen Fragen, Gewerbekunden beraten, denn die Komplexität wird kein Algorithmus lösen können. Doch hatte ich Keinen der mir zeigte wie.

 

Wie lerne ich Unternehmer kennen? Wo? Wie spreche ich sie an? Was sind deren Probleme? Also stand ich vor einem Scheidepunkt.

 

Weiter wie bisher, mit einem leichten Hauch von Unzufriedenheit, weil es nicht so Vorwärtsgeht wie gewünscht oder mich verändern und schauen wo ich das Lerne was ich suche?

 

Seitenwechsel – DLC „Versicherungsvertreter“

 

Ich entschied mich für die Veränderung und bewarb mich bei Versicherungen. Ich wollte zwar eigentlich nicht ausschließlich für eine Versicherung tätig sein, weil ich mir selbst eine Beratung so nicht wünschte, aber mein Wunsch war größer nach dem persönlichen Fortschritt.

 

Anfang 2015 war es dann soweit, ich unterschrieb meinen Vertretervertrag bei einem Versicherer der sich auf das Handwerk spezialisiert hat. Cool, endlich lerne ich Gewerbekunden kennen, let´s go!

 

Problem, es gab kein Einarbeitungskonzept, es gab Produktschulungen und das war es dann auch. Schade, irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt. Dazu noch 1.000 Kunden in die Betreuung bekommen, die zu 90% keine Gewerbekunden waren. Also genau das was mir versprochen wurde. Nach drei Monaten wurde die Betreuung von den Führungskräften etwas enger, da ich nicht den Umsatz gemacht hatte, der gewünscht war. Meine Vorstellung einer Beratung und die Erwartung der Versicherung trafen aufeinander. Kein schönes Gefühl nach 3 Monaten zu hören, Herr Teßmann, sie können so nicht beraten, machen sie das in Zukunft so. Ich habe mich dem System angepasst, hatte ich ja doch die Hoffnung, die Beratung von Gewerbekunden zu erlernen. Ganze 5 Jahre habe ich die Höhen und Tiefen als Vertreter erlebt. Doch dann änderte sich etwas gewaltig.

 

Burnout – Wenn das Feuer aus ist

 

So lag ich nun morgens immer öfter da, es fehlte mir an jegliche Motivation aufzustehen. Kunden, die ich nie von mir begeistert habe und die nur über die Versicherung meckern, ständiger Druck aus dem System immer mehr Versicherungen abschließen zu müssen und nicht wirklich zufrieden welche Rolle ich eingenommen habe. Klar, wirtschaftlich war es meine erfolgreichste Zeit, doch glücklich war ich deswegen nicht. Die Identifikation mit der Zielgruppe Handwerker habe ich mir auch leichter vorgestellt. Doch habe ich selbst nur zwei linke Hände und mein handwerkliches Geschick ist eher nicht vorhanden. Nach 5 Jahren immer noch keine Leidenschaft dafür.

 

Gottseidank hatte ich eine Partnerin und meinen Sohn an meiner Seite. Meine Partnerin, die erkannte was gerade geschieht und mir rechtzeitig den Spiegel vors Gesicht hielt. Meinen Sohn als Motivator, wenn nicht für mich, dann für Ihn.

 

So kam es, dass ich eine gesundheitliche Pause hatte und zur Therapie gehen durfte. Ich schreibe bewusst durfte, denn diese war wie ein kleiner Reset in meinem Geist. Es stellte sich heraus, dass das Leben gegen meine Vorstellung und Ideale, mich so belastet hat, dass irgendwann einfach Schluss sein musste. Ich habe wieder gelernt auf mein Inneres zu hören.

 

Und genau mit dieser Erkenntnis, kam das Makler Mentoring, mittlerweile Vermittler.digital von Basti Kunkel (Versicherungen mit Kopf). Wie ein Guide zur Veränderung aufgeploppt. Gut, rein da und schauen was sich ergibt. Einer der Kurse die mich dabei am meisten geprägt haben, war der Kurs zur Positionierung. Endlich die richtigen Fragen stellen.

 

Drei Fragen die mich am meisten bewegt haben.

 

1.       Was berate ich gerne? -> Finanzkonzepte

 

Ein einzelnes Produkt zu beraten fühlte sich nicht richtig an, es sollte maximal der erste Schritt für eine weitere Zusammenarbeit sein. Wie eine Demoversion mit der Möglichkeit zum Upgrade zur Vollversion.

 

2.       Wie berate ich meine Kunden? -> Online

 

Der Vorteil für beide Seiten ist klar, weniger Zeit auf der Straße und mehr für dich wichtigen Dinge. Ich wollte nicht mehr 2 Stunden über die Autobahn düsen, um dann festzustellen, mein Termin hat mich schlichtweg vergessen.

 

3.       Wo ist meine Passion? -> Gaming

 

Mir war es immer ein Wunsch mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen ich mich auch privat gerne auf ein Bier treffen würde. Da ich selbst Gamer bin, wollte ich genau diese auch erreichen mit meiner Dienstleistung.

 

Alles auf null – NEW GAME PLUS

 

Nach meiner 3-monatigen Auszeit, kam ich nochmal zurück als Vertreter, wollte und musste ich den Vertrag ja noch erfüllen. Und in der Zeit wurde ich nur bestätigt in meiner Entscheidung. Schön war es nicht mehr und umso erleichterter war ich als der 01.01.2021 war.

 

Jetzt konnte ich wieder etwas mehr ich sein. Versicherungsgeek war entstanden. Ich hatte noch keine Ahnung, wie ich was genau mache, ich hatte noch keinen Plan, woher ich meine Kunden gewinne werden, ich weiß das es schwer werden würde, doch ich war froh. Ich konnte wieder es so machen wie ich es für richtig empfinde und wie ich selbst beraten werden möchte.

 

Das Ganze liegt jetzt ein Jahr zurück und ich finde es wichtig dir mitzuteilen, was du von mir erwarten kannst und was ich von mir selbst erwarte!

 

Das Ergebnis sind folgende Leitsätze!

 

Versicherungsgeek ist dein Carry im Versicherungsgame. Dabei ist es egal an welcher Stelle du im Game bist. Ich helfe dir bei Übersetzung des komplizierten Versicherungsdeutsch in eine Sprache die du verstehst. Gamification wird umgesetzt, wo es geht! Der Held in dieser Geschichte, in diesem Game, bist du, ich bin nur ein NPC der dir die Tipps gibt, vielleicht nicht in den nächsten Dungeon zu springen, bevor du deine Ausrüstung nicht upgegradet hast. Dabei unterstütze ich dich, deine Ziele und Wünsche, mit den richtige Perks und Power Ups schneller und einfacher zu erreichen. Sollte eine Herausforderung doch mal zu groß gewesen sein, kümmere ich mich um den Papierkram und in die Abwicklung und du kannst dich auf deine Story konzentrieren. Auch dein Multiplayerpartner ist jederzeit dabei. Regelmäßige Patches verbessern nicht nur dein Spielerlebnis, sondern sorgen auch in Zukunft für den richtigen Loot und Schutz für dich.

 

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